Sauer macht lustig

Für viele Menschen ist der Gang zur Kaffeemaschine ein wichtiges Morgen-Ritual ohne das der Tag nicht beginnen kann. Heute möchte ich einen Tipp aus dem Ayurveda vorstellen und meine Gedanken dazu teilen:

Heißes Wasser mit Zitrone und Honig

Die Besonderheit dieses Getränkes ist die Einfachheit der Zubereitung wie auch die Intensität des Geschmackes. Bei meinem ersten Kontakt mit Indern, war ich stark überrascht und teilweise auch genervt, wenn diese immer gerne nach heißem Wasser fragen. Anfangs war ich immer steif und fest überzeugt, dass die Inder ihren eigenen Tee dabei haben und nicht irgendeinen normalen Tee trinken wollen. Doch ein Teebeutel sah dieses heiße Wasser niemals, sondern wurde mit bedächtigen und vorsichtigen Schlücken immer direkt getrunken. Ein fester Bestandteil von Ayurveda ist das Trinken vom heißem Wasser. Generell empfiehlt Ayurveda den Genuß von warmem Wasser und warmen Getränken.

Was ist nun der Effekt des heißen Wassers auf den Körper?

Sollte man das Wasser zu schnell trinken, dann drohen auf jeden Fall Verbrennungen im Mund- und Rachenraum, daher immer etwas abkühlen lassen und mit kleinen Schlücken beginnen. Nach Ayurvedischer Auffassung dient dieses warme Wasser nun dazu, den Magen-Darm-Trakt zu reinigen und wieder in Betriebsmodus zu bekommen. Immerhin konnte sich der Magen-Darm-Trakt vom Abendessen bis zum Frühstück idealerweise erholen. Durch die Nahrungskarenz vom Abendessen bis zum Frühstück, hatte der Magen nicht nur die Zeit die letzten Bestandteile des Speisebreis zu verarbeiten sondern auch zu ruhen. Das warme Wasser bringt nun wieder Energie in den Speisetrakt, der Körper muss nicht viel Energie aufbringen um das Wasser auf Körpertemperatur zu bringen, sondern kann seine Wärme nun in den Körper abgeben.

Sauberes gekochtes Wasser besänftig alle drei Doshas. Es ist leicht, dipana und pacana. Ayurveda empfiehlt sogar das Wasser länger zu kochen, bis es auf die Hälfte reduziert wurde: usnodaka. In diesem Fall gilt es als immer nützlich. Es hat eine Anregung Von kapha, pitta und vata zur Folge. Es reinigt die Blase, löst festsitzendes kapha und ist hilfreich bei der Eliminierung von vata. Wenn es nachts getrunken wird, beseitigt es Verdauungsstörungen.

Wasser hat allgemein schon eine reinigende Wirkung und gleichzeitig auch eine nährende Aufgabe. Immerhin schwimmen unsere Zellen ja in einer „wässrigen“ Lösung. Durch das Kochen wird der Geschmack des Wassers deutlich verbessert, es wirkt besser auf die Körperzellen und Gewebe. Es regt Agni – das Verdauungsfeuer – und den Stoffwechsel an und hilft dem Körper dabei, AMA – Stoffwechselschlacken – auszuscheiden.

Zitronensaft/ Zitronenscheibe

Der Zitronensaft verändert nun den Geschmack des Wassers, es schmeckt sauer. Der saure Geschmack stimuliert den Appetit und tragen zur Schmackhaftigkeit bei. Der Körper wird dadurch genährt und energetisiert. Weiterhin wird die Verdauungskraft durch Saures stark verbessert. Die Verdauungskraft bezieht sich hier auf die Stoffwechselkapazität, nicht auf den Stuhlgang. Charaka, der große Ayurveda-Arzt aus historischen Zeiten, definiert sogar: „Heilpflanzen und Speisen mit saurem Geschmack nähren das Herz“. Damit bezieht sich Charaka vermutlich auf die Blut verdünnende Wirkung, denn Saures verflüssigt Schleim. Dadurch wird die Nährstoffversorgung der Herzmuskulatur gewährleistet. Zudem bewirkt Saures auch eine Zunahme der Speichelabsonderung in der Mundhöhle und die Sekretion der Schleimhäute im Allgemeinen. Die Nahrung wird dadurch gut befeuchtet und besser verdaut. In der heißen Jahreszeit nimmt man gerne saure Speisen und Getränke zu sich, denn dieser Geschmack wirkt erfrischend und ist leicht, erhitzend und schmierend.

Honig – das sattvische Nahrungsmittel

Honig wird im Ayurveda sehr geschätzt, als Nahrungsmittel und auch als Heilmittel. Honig ist eines der sattvistischen Nahrungsmittel. Er fördert die Einheit von Körper und Geist und reduziert Kapha. Wissenschaftlichen Studien zufolge kann er viele Krankheiten in ihrem Verlauf positiv beeinflussen. Wie Ghee ist auch Honig ein natürliches Rasayana – Verjüngungs-/ Stärkungsmittel. Er wirkt ausgleichend auf alle Doshas, insbesondere aber auf das Kapha-Gewebe. Somit ist der Honig schleimlösend, hilft beim Fettgewebeabbau und stärkt die Sehkraft. Alter Honig (älter als ein Jahr) ist konspirativ und extrem lekhana. Frischer Honig ist nährend und reduziert kapha nicht übermäßig. Beachte, dass Ayurveda den Honig nicht in HEISSES Wasser gibt, denn hier reagiert Mahdu – Honig – wie Gift, er hat somit eine unheilvolle Wirkung. Wenn Honig Bestandteil von Rezepten ist, wird er nach Abkühlen der Präparation hinzugefügt.

Rezept warmes Wasser mit Zitrone und Honig

Wie oben beschrieben erhitze ich erst mal das Wasser und lasse eine zeitlang Kochen. Idealerweise auf dem Herd. Ein Wasserkocher schält sich ab und eignet sich so schlechter zur Reduktion des Wassers. Zur Not oder wegen der Einfachheit genügt auch das Erhitzen im Wasserkocher. Das ist ein guter Moment seine eigene Dinacarya – Tagesroutine im Bad – durchzuführen. Sobald ich mit meiner Routine fertig bin, hat das Wasser ausreichend gekocht. Bei größerer Dinacarya Prozedere gehe ich zwischendurch in die Küche, schalte den Herd aus und lasse das Wasser etwas abkühlen. Ich halbiere eine Zitrone und schneide direkt eine Scheibe ab, welche ich direkt in eine Tasse gebe. Den Rest dieser Zitronenhälfte presse ich nun aus und lasse den Saft direkt in die Tasse tropfen. Dazu gebe ich noch einen Kaffeelöffel mit dem Honig. Hat das Wasser die richtige Temperatur – Trinktemperatur erreicht, gebe ich es nun in meine Tasse, rühre um und genieße diesen leckeren, gesunden Macht-Gute-Laune-Drink.

Übrigens: Sollten Sie nun keine Zeit mehr übrig haben, um Ihr warmes Zitronen-Honig-Wasser zu genießen?

In diesem Fall empfehle ich Ihnen die Anschaffung eines Teebechers von Shuyao. Diese Becher sehen nicht nur gut aus, sie sind einfach praktisch und gibt es in vielen ansprechenden Designs.

Jetzt wünsche ich erst mal:

Bleiben Sie gesund und genießen Sie Ihre Gesundheit!

Adrian

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